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FSN 2009/19 - 15. November 2009




Herbstflug 2009






Abflug von Schleißheim
Nach dem Start bei Allach. Richtung NordWest bodennaher Stratus,
am Horizont ist der Wolkenaufzug der Kaltfront zu erkennen.

Foto: P. Eschbach

 

War es im vorigen Jahr noch vergleichsweise einfach, den Herbst in Oberbayern bei exzellenten Sichtverhältnissen aus dem Flugzeug im Bild fest zu halten, habe ich selber nicht mehr daran geglaubt, einen vergleichbaren Flug wie im Vorjahr durchführen zu können. 2009 war es das erste Oktoberwochenende, das fantastische Aufnahmen ermöglichte und 2010 stand schon das zweite Novemberwochenende auf dem Kalender. Doch das gemeinsame Projekt mit Fotograf Paul Eschbach sollte doch noch gelingen.

Nebel wabert an diesem Samstag so dicht wie noch nie in diesem Jahr um die Junkershallen auf dem Flugplatz Schleißheim. Um 9 Uhr bin ich mit den Vorbereitungen des Flugzeugs fertig. An Fliegen ist aber nicht zu denken. Wir hängen stundenlang online auf verschiedenen Wetterseiten herum, die Vorhersagen sind allseits hervorragend für den Vormittag, am Nachmittag soll eine Kaltfront heranziehen und für einen Wetterwechsel sorgen. Über der Schweiz regnet es bereits und in Oberschleißheim ist Nebel ohne Ende - wie so oft.

 
Vorhang öffnet sich
Westlich an München vorbei Flugrichtung Süd, der Vorhang geht auf.
Die Alpen als klassische Kulisse

Foto: P. Eschbach

Starnberger See
Wir erreichen den Starnberger See
im Gegenlicht mit der Zugspitze im Hintergrund.
Lenticularis über den Alpen, Indiz für starken Wind vor der Kaltfront.

Foto: P. Eschbach  

Um 12 Uhr immer noch Nebel, aber der Blick auf die verschiedenen Radarbilder lässt hoffen. Wir geben noch nicht auf, wir warten. Der Starnberger See ist schon nebelfrei und selbst im Münchner Süden scheint mittlerweile die Sonne. Ich bastle meine eigene Wetterprognose. Die heranziehende Kaltfront sorgt für eine Winddrehung auf Südwest, vorgelagert zur Kaltfront kommt kurzzeitig mildere Luft, die den Nebel auflösen sollte. Niemand glaubt daran, wir schon. Tatsächlich, um 13 Uhr sitzen wir im Flieger, machen letzte Checks und dann geht's los.

Unser Flug führt westlich an München vorbei zum Starnberger See. Die Natur bietet uns die lange ersehnten Bilder, auch wenn vom Herbstlaub in vielen Wäldern nicht mehr viel zu sehen ist. Dafür sind wir alle paar Minuten überrascht, was uns da an Überraschungen geboten wird. Oh, schau mal hier, das musst Du sehen und kurz darauf ein häufiges gemeinsames "unglaublich" . Dann höre ich den Auslöser der Kamera, manchmal zwanzig oder dreissig Mal am Stück. So hab ich zum Beispiel die Roseninsel auf dem Starnberger See noch nie gesehen. Schon verständlich, dass es da einmal zu einem Bayrisch-Österreichischen Techtel-Mechtel gekommen sein soll, tja, war es denn wirklich eines? Aber vorstellen könnte ich mir das für mich selber schon - ein Traum.

 
Roseninsel
Ein Traum mit Wasser und Farbe, die Roseninsel.
Foto: P. Eschbach

 
Abschied vom See
Ein letzter Blick zurück zum See, wir fliegen jetzt in eine andere Welt.
Foto: P. Eschbach

 

Wir haben ein kurzes Wetterfenster, nach meiner Meinung etwa 1 Stunde, bevor die Bewölkung der Kaltfront die für die Fotos notwendige Sonneneinstrahlung verhindert. Auch in diesem Punkt liegen wir richtig. Wir starten und erleben kurz nach dem Start, wie sich der dunstige Vorhang öffnet und das Alpenpanorama frei gibt. Das Dachauer Hinterland liegt noch unter dem niedrigen und dichten Stratus. Aber im Süden ist alles klar. Von Westen ist der Aufzug der präfrontalen Bewölkung schon gut zu erkennen und wird uns kurz vor Ende des Fluges weitere fantastische Bilder bescheren.

Die Wirklichkeit holt uns schnell wieder ein, der Flug geht weiter nach Norden, über die CTR von Oberpfaffenhofen hinweg. Dachau ist unser Ziel. Der Stratus hängt weiter in unserer Flugrichtung fest, erlaubt aber einen problemlosen Abstieg auf die erlaubte Flughöhe von 3.500 ft MSL und öffnet nun völlig neue Perspektiven eines Licht- und Farbenspiels der Natur. Es ist und bleibt unglaublich. Nur kurze Zeit später bedeckt sich er Himmel wie erwartet und beendet damit alle guten Möglichkeiten, Fotos aus der Luft zu machen. Aber wir sind schon sicher gelandet und Paul beginnt, die Bilder von der Kamera auf sein Notebook zu übertragen. Schauen Sie selber, genießen Sie unsere Ausblicke auch auf unserer Bilderseite

http://schleissheim.jalbum.net/Schleissheim/index.html

 
einmalige Stimmung
Unbeschreibliche Stimmung.
Rücksturz zur Erde steht kurz bevor.

Foto: P. Eschbach

Anflug Schleißheim
Anflug nach dem Rücksturz zur Erde,
Flugzeit vom vorhergehenden Bild gerade einmal 5 Minuten.
Markante Punkte am Horizont die Allianz Arena und Abluftfahne des Müllkraftwerks Oberföhring.

Foto: P. Eschbach

 
Endanflug 08
Endanflug auf die Piste 08 mit Blick auf die Junkershallen.
Einen guten Kaffee haben wir uns jetzt verdient
und ganz nebenbei: Fliegen ist wirklich genial!

Foto: P. Eschbach

Josef Kobold
  

Letzte Änderung: 15. November 2009
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