Benedikts Drifter

Trotz aller Gebote und Verbote, die an einem Flugplatz vor allem aus Gründen der Sicherheit herrschen, ist und bleibt ein Flugplatz irgendwie doch ein Abenteuerspielplatz, nicht nur für die Großen, sondern auch für Kids wie Benedikt mit seinen knapp 7 Jahren. So können Schulferien auch ganz spannend sein.

 

Ganz toll, so erlebten wir zusammen mit ihm ein kleines Sommermärchen.

 

Eines Tages landete ein grosser bunter Flieger von einer berühmten Firma, die in München eine ganz große Veranstaltung für viele tausend Menschen organisiert hatte. (siehe Nachrichten vom 13.08.)

 

Mit diesem Flieger starteten 5 Fallschirmspringer zum Sprung in das grosse Olympiastadion, um die Leute im Stadion mit ihren bunten Schirmen zu überraschen. Gesagt, getan, der Flieger startete auf unserem Flugplatz in Oberschleißheim. Kurz vor dem Abflug zum Stadion drehte der Flieger über unserem Flugplatz noch ein paar Runden und ganz plötzlich sahen wir etwas, was aus dem Flugzeug geworfen wurde. Es war ein sog. Drifter, eine Windfahne, mit der Fallschirmspringer vor Präzisionssprüngen die Windverhältnisse am Boden überprüfen.

 

Benedikt sah dies und wollte diesen Drifter unbedingt fangen. Es klappte leider nicht, der Drifter schwebte sanft zu Boden, leider nicht bei uns, sondern im benachbarten Flugplatzgelände der Bundespolizei. Da lag er nun, unerreichbar wegen eines hohen Zauns.

 

Wie kann Benedikt an diese Windfahne kommen. Zu Tode betrübt saß er nun da und dann heckten wir zusammen einen Plan aus. Erst mal der Polizei Bescheid geben und fragen, ob sie Benedikt vielleicht behilflich sein könnten.

 

Tatsächlich fährt eine Polizeistreife am nächsten Tag, die dort routinemässig das Gelände überwacht, an der Stelle vorbei, wo der Drifter liegen musste. Er war weg. Kein Wunder, nur einige Stunden zuvor hatte der Landwirt, der ebenfalls gleich neben dem Flugplatz seinen Hof mit sehr vielen Schafen hat, die Wiese gemäht und hat dabei, so dachten wir, den Drifter überfahren und mit dem Mähwerk zerstört.

 

Benedikts Gesicht verfinsterte sich wieder. Er war sehr traurig - aus der Traum.

 

Doch dann kam plötzlich eine weitere E-Mail von der Polizei, der Drifter ist aufgetaucht und unbeschädigt. Der Landwirt hat ihn bei seiner Arbeit gesehen, vom Boden aufgehoben und mitgenommen. Ein Polizist holte ihn und brachte ihn mit seinem Dienstrad zu uns zum Flugplatz und bald darauf konnten wir wieder ein lachendes Gesicht auf unserem grossen Abenteuerspielplatz sehen.

 

Vielen Dank an alle Beteiligten, Landwirt Hoyler, die Bundespolizei-Crew und natürlich das Red Bull Skydive Team für den Drifter.

jkob