33 Jahre Franziskuswerk Flugtage

Oberschleißheim – Als der Bus vom Franziskuswerk Schönbrunn am Flugfeld Oberschleißheim ankam, war schon alles vorbereitet: Die Holzkohle glühte im Grill, Körbe von Steaks, Grillwürsten, Brezen und Semmeln und drei Eimer Kartoffelsalat standen parat. Auf dem Rollfeld neben dem schattigen Biergarten parkten fünf Cessna-Flugzeuge - und es herrschte Kaiserwetter.


Mehr als vierzig Heimbewohner mitsamt Begleitpersonal strömten in euphorischer Stimmung vom Bus zu den Bierbänken. Markus Tolksdorf, einer der Begleiter vom Franziskuswerk: „Schon seit Wochen ist der Flugtag das Thema im Heim. Er ist gerade für diejenigen, die auch in den Sommerferien hier sind, ein Höhepunkt.“
Schwester Johanna hatte kurzfristig zehn Heimbewohner mehr als in den früheren Jahren angekündigt, allesamt jüngere, was Josef Kobold, Schriftführer, Webmaster und Organisator seitens des „Flugplatz Schleißheim e. V.“ vor ein Problem stellte, denn er hatte ursprünglich nur drei Flugzeuge zur Verfügung. Kobold: „Ich habe auf der Fliegerhomepage im Internet um Hilfe gebeten. Ich brauchte Piloten, die bereit waren, unentgeltlich mit eigenen Maschinen unsere Behinderten zu fliegen. Und ich bin beeindruckt von der Reaktion. Aus Bad Wörishofen und aus Arnbruck im Bayerischen Wald kamen spontan zwei Piloten angeflogen, um auszuhelfen, sodass wir nun statt drei fünf Maschinen hatten.“


Die Freude war riesig. Keiner hatte Angst, in so ein kleines Flugzeug zu steigen. Markus Tolksdorf: „Es ist interessant, was für eine Entwicklung das genommen hat. In den ersten Jahren des Flugtages gab es noch etliche Skeptiker, ja Verweigerer, aber die Erzählungen und die Gefühlsausdrücke der Mutigen haben längst alle angesteckt.“ Die Mitglieder der Bayerischen Friedensloge halfen, um auch die Spastiker Schritt für Schritt in die Kabine zu hieven. Einer von ihnen schaute während des Fluges kein einziges Mal aus dem Fenster, aber er klopfte die ganze Zeit mit den Händen auf seine Oberschenkel und sagte immer wieder „wir fliegen wir fliegen wir fliegen“, es klang wie ein Frohlocken.

 

Andere schauten durchaus aus dem Fenster und bestaunten über die Flügel hinab ihre Heimat Schönbrunn. Die Flüge führten in einer festgelegten Route über Unterschleißheim hinweg nach Ampermoching, machten eine Schleife über Schönbrunn und dann zurück über Röhrmoos und Hebertshausen zur KZ-Gedenkstätte Dachau, von wo es in einer langen Kurve zurück zum Landeplatz ging. „Wir dürfen nicht höher als 3500 Fuß  fliegen, weil unser Flug im Luftraum C des Verkehrsflughafen München stattfindet“, so Kobold.
Jeder, der vom Fliegen zurückkam, bekam einen kleinen Teddybären geschenkt, sozusagen als Erinnerungstrophäe. Jedes Jahr lässt sich die Friedensloge dafür was anderes einfallen, letztes Jahr waren es blaue T-Shirts mit der Flugplatzkennung.


Den Flugtag für die Heimbewohner des Franziskuswerkes gibt es seit 1980. Damals kamen der Fluglotse Werner Schadock, Mitglied bei der Friedensloge Dachau-München, und Erich Walter vom Ikarus Luftsportclub Schleißheim auf die Idee, dem Franziskuswerk ein Angebot sozialen Engagements zu machen. Was damals als Einmalige Aktion begann, hat heute Tradition. Und kein einziges Mal fiel seither der Flugtag aus. „Petrus hat halt ein Herz für uns“, sagte Werner Schadock, der auch diesmal dabei war.
Um 17.00 Uhr war der Bus wieder da. Zum Abschied winkte man sich gegenseitig zu. Es war fast wie ein Familientreffen. Bis zum nächsten Jahr!

Gastkommentar Fritz Elster

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Tyron Veillon (Mittwoch, 01 Februar 2017 18:58)


    Howdy! Quick question that's totally off topic. Do you know how to make your site mobile friendly? My website looks weird when browsing from my apple iphone. I'm trying to find a template or plugin that might be able to resolve this issue. If you have any suggestions, please share. Cheers!