Südplatzrunde auf Schusters Rappen

Von Anne-Marie Ring

 

Wer auf den Fußwegen vom Münchner Norden nach Oberschleißheim zufällig auf bauliche Überreste des ehemaligen Heeresflugplatz Oberschleißheim stößt, mag sich fragen, was es damit auf sich hat. Die rund 35 Piloten, Kind und Kegel eingerechnet, die unter der Führung des Vereins der Bayerischen Flugzeug Historiker das Gelände südlich ihres Platzes erkundeten, wollten es genau wissen. Da sind zum Beispiel die Torpfosten, die einen der Zugänge zum ehemaligen Heeresflugplatz und die südliche Grundstücksgrenze markieren. Oder die halbgeschossig aus dem Erdreich ragende Pumpenstation, mithilfe derer der Grundwasserspiegel auf dem Flugplatzgelände niedrig gehalten wurde. Von der einstigen Waffenmeisterei ist heute nur noch eine mit Moos bewachsene Fundamentplatte in der Magerwiese auszumachen. Markanteste Zeugen jener Zeit, da am Flugplatz Oberschleißheim Hochbetrieb herrschte, sind wohl die Junkershallen, erster Halt dieser von Paul Eschbach geführten Flugplatzwanderung. Ähnlich markant, doch nur dem aufmerksamen Auge erkennbar, sind die vielen von Menschenhand geschaffenen Veränderungen der natürlichen Geländeformation: ein langgestreckter Erdwall etwa, der den Schießplatz begrenzte und unter dem sich noch Teile der geschützten Zugänge zu den Zielscheiben verbirgt. Oder aber die breiten Schneisen, wo man(n) dereinst Flugzeuge zu ihrem Unterstellplatz im gelichteten Wald rollte. Sie wurden gegen Ende des zweiten Weltkrieges dorthin verbracht, um sie vor feindlichem Beschuss zu sichern. Doch da herrschte vor allem Treibstoffmangel, und das Tausendjährige Reich war dem Ende nahe. Der Flugplatz wurde Ende April 1945 widerstandslos an die Amerikaner übergeben.

Dem Werftverein, aus dem heraus sich die Bayerischen Flugzeug Historiker formiert haben, ist es zu verdanken, dass nach dem Abzug der Amerikaner das Hauptgebäude restauriert und - um einen gläsernen Anbau erweitert - heute vom Deutschen Museum München genutzt wird. So bleibt dieser Teil der Luftfahrtgeschichte der Öffentlichkeit zugänglich. Ein anderer, nicht minder interessanter Teil verbirgt sich in dem weitläufigen Naherholungsgelände zwischen dem Hasenbergl und Oberschleißheim. Die sogenannten Flugplatzwanderungen, die die Bayerischen Flugzeug Historiker regelmäßig anbieten, lassen vor den Augen der Teilnehmer ein lebendiges Bild dieser Geschichte entstehen. Danke, Paul, für die vielen ,Augenblicke', die Du uns im Verlauf der Wanderung ebenso lehrreich wie unterhaltsam beschert hast!

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