50 Jahre Olympiaturm

Ein Blick aus der Luft zum Fernsehturm und den wichtigsten olympischen Sportanlagen. Am unteren Bildrand der Georg-Brauchle-Ring. Foto: PE
Ein Blick aus der Luft zum Fernsehturm und den wichtigsten olympischen Sportanlagen. Am unteren Bildrand der Georg-Brauchle-Ring. Foto: PE

oder besser 50 Jahre Fernsehturm

Ich gebe es zu, dieses Jubiläum hat mich persönlich angerührt, war ich doch damals ein kleiner Bub, der mit seinen Eltern immer und immer wieder zur Baustelle gefahren ist und dann natürlich auch mit Papa immer wieder mal auf den Turm "gerast" ist, allein die Fahrt mit dem Lift war damals eine echte Sensation.

 

Ich bin gar nicht weit weg in Schwabing aufgewachsen. Selbst mit dem Radl brauchte man bei günstigen Ampelschaltungen gerade mal 10 bis 15 Minuten bis zum Fernsehturm. Stimmt, der hieß damals wirklich so, von Olympia war im Februar 1968 außer einer riesigen Baustelle nichts zu sehen und Rundfunk, Fernsehen und Telefon waren der eigentliche Hintergrund für den Bau dieses Turms - daher der Name.

 

Manchmal war es nachts gespenstisch, wenn Hochnebel oder Wolken immer ein besonderes Lichtspiel bis nach Schwabing trugen. So wurde der Luftverkehr im An- und Abflug zum Flughafen Riem vor dem Turm gewarnt. Die Rotating Beacons, es waren mehrere riesige drehende Scheinwerfer oberhalb der Besucherplattform, ähnlich denen bei Leuchttürmen an den Küsten.

 

Diese Beacons und ihr gleißend weißes Licht sind für mich der Anlaß, das Thema in Richtung Luftfahrt und Luftsport zu wechseln.

Ju 52 im Jahr 1931 vor dem neuen Abfertigungsgebäude im Bauhausstil des Flughafen München Oberwiesenfeld. Quelle Deutsches Museum
Ju 52 im Jahr 1931 vor dem neuen Abfertigungsgebäude im Bauhausstil des Flughafen München Oberwiesenfeld. Quelle Deutsches Museum

Der erste Flughafen Münchens war auf dem Oberwiesenfeld beheimatet, in dieser Funktion von 1931 bis 1939. Flugbetrieb fand auf dem Oberwiesenfeld jedoch schon seit 1909 statt. Umgeben von Kasernen eignete sich dieses große seit Generationen militärisch genutzte Gelände ideal, zumal die passende Industrie wie BMW, Südbremse, Otto Flugzeugwerke und viele andere gerade mal um die Ecke zu finden waren. Auf dem Flugplatz Oberwiesenfeld fehlten jedoch Gebäude, Hangars und weitere Infrastruktur, die durch den nahen Flugplatz Schleißheim ersetzt wurde. Schleißheim war quasi die technische Basis und der Ausbildungsstandort zu dieser Zeit für den stadtnahen Flugplatz Oberwiesenfeld.

Das nördliche Ende des Flugplatz Oberwiesenfeld entlang der Moosacher Straße. Aufnahme von 1924 Quelle: Knorr-Bremse AG
Das nördliche Ende des Flugplatz Oberwiesenfeld entlang der Moosacher Straße. Aufnahme von 1924 Quelle: Knorr-Bremse AG

Der Flugplatz Oberwiesenfeld, gelegen zwischen den heutigen Verkehrsachsen Georg-Brauchle-Ring im Süden und der Moosacher Straße im Norden überlebte noch bis etwa Mitte der 60er-Jahre und wurde bis zuletzt von Luftsportlern genutzt. Die Segelflieger auf dem Oberwiesenfeld fanden ihre neue Heimat später in Königsdorf.

Das obige Bild zeigt die Gebäude der Südbremse an der Moosacher Straße. Die durch Kriegseinwirkung beschädigten Gebäude wurden weitgehend wieder instandgesetzt und dienen heute als Standort der BMW Group Classic und da, wo rechts im Bild die Junkers F13 steht, rollt heute im Untergrund die U-Bahnlinie U3 durch den Bahnhof Oberwiesenfeld.

Ein bisschen stolz bin ich schon, hier selbst einen Teil der Münchner Stadtgeschichte erlebt zu haben - irgendwie spannend.

jkob